„GRÜN trifft Wirtschaft“ beim WandelGut in Mechow

WandelGut in Mechow – gelebter Wandel in Gemeinschaft

Zusammen mit Grünen Mitgliedern habe ich am 10. Juli im Rahmen meines Veranstaltungsformats „GRÜN trifft Wirtschaft“ das WandelGut in Mechow nordöstlich von Ratzeburg besucht.

Gegründet im Jahr 2020, ist das WandelGut inzwischen auf drei Standorte verteilt: das Gut Mechow, eine Hofstelle in Wietingsbek und ein Wohnprojekt in Schlagbrügge in Nordwestmecklenburg. Hier leben und arbeiten mehrere Familien und Erwachsene in einer gemeinschaftlich getragenen Struktur, die durch Vielfalt, Kooperation und Nachhaltigkeit geprägt ist.

Die Vision des WandelGuts ist es, transformative, faire und gemeinschaftlich organisierte Wohn- und Wirkorte zu gestalten. Drei Wirkbereiche stehen im Mittelpunkt:

  • Wandel im Miteinander – durch offene Kommunikation und die soziokratische Organisationsform.
  • Wandel im Lebensstil – etwa durch gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen und das Prinzip des Commoning.
  • Wandel nach außen – durch Wissensweitergabe, Bildungsarbeit und Netzwerkbildung.

Wir haben vor Ort Einblick in die Leitgedanken der Soziokratie erhalten: Je nach Kompetenzen und Aufgaben kommen 5-8 Menschen in moderierten Kreisen zusammen, beraten, hören einander zu und entscheiden im Konsens. Ein Koordinierungskreis ist das Bindeglied zwischen den Projektgruppen.

Derzeit findet die Arbeit in sieben Projekten statt, weitere befinden sich in der Planung. Die Inhalte reichen von ökologischer Landwirtschaft über Pädagogik bis hin zu IT-Lösungen. Allen gemein ist der Wunsch, Aufgaben und Ressourcen zu teilen, gemeinsam zu nutzen und zu verdeutlichen, dass sich alternative Wirtschaftsformen in der Praxis durchsetzen können.

Ein Beispiel, dass dieses Prinzip sehr schön veranschaulicht, ist das Projekt „Tante Wandel“. Die Einkaufskooperative in Wietingsbek ermöglicht ihren Mitgliedern durch gemeinsame Großbestellungen den Einkauf von ökologischen Lebensmitteln nachhaltiger und bewusster zu organisieren.

Mir haben der Besuch und die Gespräche mit den Menschen vor Ort gezeigt: Wandel braucht Mut, und viele kluge Köpfe und fleißige Hände. Getragen wird das WandelGut von immens viel ehrenamtlichen Engagement. So entsteht ein Netzwerk, in dem Ideen ausprobiert und Ressourcen sinnhaft eingesetzt werden. Mein Fazit: Das WandelGut in Mechow ist mehr als ein Lebensort – es ist ein sozial-ökologisches Experimentierfeld. Hier werden neue Formen des Zusammenlebens und -arbeitens praktisch erprobt, mit einem großen Vertrauen in kollektive Kompetenz und Wirksamkeit.

Mehr Infos unter: www.wandelgut.de.